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Im Startup-Metier sind sogenannte »Pitch-Events« recht bekannt und dienen dazu, in kurzer Zeit dem Publikum die Geschäftsidee oder das Produkt verständlich zu machen. Diese Art von Events sind sehr marketinglastig und es gilt, die Idee möglichst gut zu »verkaufen«. Die Bezeichnung »Elevator-Pitch« kommt aus dem Englischen und meint die überzeugende Argumentation der Geschäftsidee während einer kurzen Aufzugsfahrt. Man kann sich also vorstellen, man stehe mit einem Investor im Aufzug und möchte ihn überzeugen, Geld in die eigene Idee zu stecken. In Baden-Württemberg wurde solch eine Veranstaltung von der L-BANK, der ifex und dem Land Baden-Württemberg in der IHK Hauptstelle Karlsruhe am 26. April 2017 ausgerichtet. Um teilnehmen zu können, musste man die Geschäftsidee mit kurzer Beschreibung auf der Webseite der Veranstaltung eintragen und dann Votings für die eigene Idee einsammeln. Dies erwies sich bei uns als recht schwierig, da uns das Event nicht bekannt war und wir erst 3 Tage vor Votingschluss die Werbetrommel angeworfen haben. Dank aller Capjob-Facebook Fans und Freunden und Verwandten hatte es dann dennoch für den wichtigen 10. Platz gereicht. Nur die zehn Teams mit den meisten Stimmen bekamen die Möglichkeit ihre Idee auf der Bühne zu präsentieren. Platz 10 von insgesamt 19 war schon mal ein kleiner Erfolg. Das Event selbst startete am 26. April um 17Uhr. Der Saal im IHK Gebäude füllte sich zunehmend und ca. 300 Menschen besetzten das Publikum und neun Jury-Mitglieder hatten ihre Plätze in der ersten Reihe. Da Capjob beim Online-Voting auf Platz 10 landete, musste bzw. durfte unser Gründer Felix als erstes präsentieren. Foto: Capjob-Gründer Felix Hüning beim Elevator-Pitch BW - © Elevator-Pitch BW Der Vortrag verlief weitestgehend reibungslos, das vorgegebene Timing von exakt drei Minuten wurde zur Belustigung des Publikums auf die Sekunde genau troffen und insgesamt war der Applaus recht euphorisch. Das Video bei YouTube:  https://www.youtube.com/watch?v=kpsC4fazdXM Nach dem Vortrag hatten die Jurymitglieder weitere drei Minuten Zeit, um Fragen zur Geschäftsidee zu stellen, die Felix gut beantwortete. Danach ging es unter Applaus runter von der Bühne und Felix war sichtlich erleichtert.  Als die darauffolgenden neun Pitch-Präsentationen nach etwa 1,5 Stunden ihr Ende nahmen, gab es eine »Networking-Pause« die es in sich hatte. Reges Interesse an Capjob, unkritische Fragen und viel Lob.    Foto: Networking an Stehtischen - © Elevator-Pitch BW   Währenddessen hatte die Jury Zeit sich zu beratschlagen und die Vorträge und Ideen nach diversen Kriterien zu beurteilen.     Foto: Die Jury in der Beratung - © Elevator-Pitch BW Danach dann endlich die Bekanntgabe der Sieger. Die besten drei Geschäftsideen sollten ausgezeichnet werden und ohne große Hoffnungen mussten wir noch ein paar Minuten abwarten, während Staatssekretärin Frau Katrin Schütz sich bei allen Teilnehmern und den Veranstaltern bedankte.  Dann war es soweit, Frau Schütz verkündigte den dritten Platz und sprach durchs Mikrofon »Capjob« ! Ja, Wahnsinn, wie super ist das denn?! - dachten wir. Also ab auf die Bühne und Felix nahm etwas ungläubig aber überglücklich die Auszeichnung, eine gerahmte Urkunde und einen Baden-Württemberg Löwe, entgegen. Zudem war der dritte Platz mit einem Preisgeld von EUR 200 dotiert, was natürlich auch eine schöne Summe ist. Foto: 3. Platz für Capjob - © Elevator-Pitch BW Die Sieger gratulierten sich gegenseitig und bei ausgelassener Stimmung kamen fürs Fotoshooting noch mal alle auf die Bühne. Danach ging es noch einmal ans »Networking“ bei dem wir wieder kaum zum Essen kamen und hatten super Unterhaltungen mit Damen und Herren aus der Wirtschaft, mit Bänkern, mit Startup-Inkubatoren und mit der Staatssekretärin Frau Schütz, die darauf bestand, ein Foto von uns auf ihrem Handy zu haben, um es bei Facebook zu posten.   Foto: Ich zusammen mit Felix und Staatssekretärin Katrin Schütz - © Katrin Schütz Soweit meine Eindrücke vom Elevator-Pitch BW in Karlsruhe. LG, Jessi
Autisten in der Küche und Taube im Zimmer? Ja, das geht. - Ein lehrreicher Besuch im Integrationshotel Grenzfall in Berlin Mitte   Berlin, Donnerstag der 13. April gegen 16Uhr Obwohl ich schon diverse Male in Berlin gewesen bin, hatte ich noch nie einen Abstecher in Richtung Gedenkstätte Berliner Mauer gemacht. An der Kreuzung Ackerstraße / Bernauerstraße findet man viel Grün und viel Grau. Ein Mahnmal zur Rechten und zur Linken ein komplettes Stück Grenze - nicht nur Mauer, sondern Grenze. Um die Grenze von oben einsehen zu können kann man das Museum mit begehbarem Turm an der Ackerstraße betreten, an dessen Fufle sich das Bistro Grenzfall befindet. Ein paar Schritte weiter und man steht vor dem Eingang des Integrationshotels » Grenzfall «. Blick von der Aussichtsplattform am Bistro Grenzfall Ich wurde herzlichst vom Team der Rezeption in Empfang genommen und Frau Achenbach und ich nahmen im Restaurantbereich Platz, um uns über die Hotelarbeit von Menschen mit Behinderung zu unterhalten. Das Hotel Grenzfall arbeitet seit Gründung im Jahre 2010 als Integrationshotel und von den 42 Mitarbeitern haben 30 eine Behinderung. Das sind fast drei Viertel. Da die Hotelarbeit größtenteils aus körperlicher Arbeit besteht, haben die Mitarbeiter vorwiegend nicht-physische Beeinträchtigung. Von kognitiven Lernschwächen, ¸über psychische Erkrankungen bis hin zu Autismus und Taubheit ist alles vertreten. „Die Kollegen aus dem Autismus-Spektrum arbeiten bei uns in der Küche, die Gehörlosen meist im Roomservice“, sagte mir Frau Achenbach. Zur Kommunikation zwischen den tauben Kollegen und der Zentrale kommt ein besonderes Funkgerät mit Vibration und Sprachnachricht zum Einsatz. Das Gerät ist natürlich auch mit der Brandmelderzentrale verbunden – irgendwie logisch. Auf die Frage hin, ob die nicht-behinderten Kollegen eine zusätzliche Qualifikation erworben haben, um beim Einlernen und beim Umgang mit den behinderten Kollegen richtig zu handeln, kam ein klares „Nein“ zurück. „Wir sind hier einfach alle sozial eingestellt, es läuft viel sozialer ab als in gewöhnlichen Hotels und wenn ein Mitarbeiter nur wenige Stunden am Stück arbeiten kann, dann kriegen wir das auch hin. Wir arbeiten miteinander und füreinander.“ Ich war stark beeindruckt, da gerade Hotelbetriebe häufig im Kampf und unter Druck sind, was sich auch auf das Kollegenverhalten auswirkt. Nicht jedoch im Hotel Grenzfall, hier wird sehr viel Wert auf die eigentliche Arbeit im Team gelegt und es zahlt sich offensichtlich aus. Zudem kann jederzeit der „hauseigene“ Psychologe konsultiert werden, der regelmäßig mit den behinderten und nicht-behinderten Mitarbeitern spricht, um so die Balance zu gewährleisten. Nach unserem Gespräch konnte ich ein paar ruhige Minuten im parkähnlichen Garten genießen, der mit harmonisch angelegtem Teich mit Brücken, Rasenflächen und Erholungsbereichen wie eine Oase Mitten in Berlin wirkt. Der Garten hinter dem Hotel    Frau Achenbach zeigte mir noch das komplett barrierefreie Hotel inklusive Zimmer, Bad und Aufzü¸gen. Da es vor 2010 ein Seniorenheim war, musste das Gebäude glücklicherweise nicht erst barrierefrei umgebaut werden. Komplett barrierefreie Zimmer und Bäder   Da weder auf der Webseite des Hotels, noch im Empfangsbereich deutlich wird, dass ein Großteil der Mitarbeiter mit Behinderung arbeiten, funktioniert hier Inklusion par excellence. Erst bei der Abreise werde es einigen Gästen klar und fühlen sich positiv überrascht und kommen gerne wieder. Selbstverständlich spricht sich die Integrationsarbeit rum und es kommen viele Gäste, die ebenfalls Handicaps haben und genießen den sozialen Flair in diesem Vorzeige-Hotel.   Danke nochmals für den lehrreichen Einblick! Felix Hüning Gründer von Capjob    
Bild: Apple / HumanWare | Link Die vielleicht beste Braillezeile der Welt? Kürzlich wurde eine neue digitale Braillezeile zur Verwendung mit dem iPad, iPhone oder Macbook vorgestellt. Sie trägt den Namen »HumanWare Brailliant BI 40 Braillezeile« und wird in Deutschland primär über den Apple Store vertrieben. Der US Hersteller HumanWare hat bereits im Jahr 2000 die erste Braillezeile vermarktet und setzt mit dieser neuen BI 40 neue Maßstäbe. Langlebiges Aluminium, kompakte Maße und 20h Laufzeit kabelloser Bluetooth Nutzung hören sich auf Anhieb sehr gut an. Wir sind gespannt, wie die ersten Reviews ausfallen und berichten, sobald unsere Kollegen von FreiesSehen e.V. das Gerät in bzw. an die Finger bekommen. Hier zu kaufen zum aktuellen Preis von 5,230€:
Gewusst wie! Tolle Papas helfen ihren Kindern beim Baden und Schuhebinden, beim Lesen und Schreiben. Doch dass Papas meistens mehr als nur gutgelaunte Lehrer und Spielkameraden ihrer Kinder sein wollen, und manchmal sogar Superhelden sein können, hat der Ire Rob Laffan unter Beweis gestellt. Seine Tochter lebt mit einer Form von Autismus, die es ihr nicht möglich macht, sich verbal mitzuteilen. Was sie jedoch kann, ist nonverbal kommunizieren durch Bildsprache. Also hat Techy Rob eine App für Smartphone und Tablet (iOS und Android) entwicklet, die Bilder in Text umwandelt und diesen dann als Nachricht verschickt. So kann seine Tochter ihm nun aus der Ferne mitteilen, wie es ihr geht und was sie macht. Super! Video der App: // and // YouTube player after the API code downloads. var player; function onYouTubePlayerAPIReady() { player = new YT.Player('ytplayer', { height: '360', width: '640', videoId: 'M7lc1UVf-VE' }); } // ]]> Hier geht es zur englischsprachigen Homepage: http://www.tippy-talk.com/ Bildquelle: tippy-talk
"Autismus ist nichts Erstrebenswertes, nicht heilbar und es ist ein Leben, das mich jeden Tag aufs neue fordert, in einer Gesellschaft zu bestehen, die nicht autistengerecht ist. Es ist mein Leben und nicht nur eine Diagnose." https://innerwelt.wordpress.com/   Immer mehr Firmen setzen auf Ausnahme-Menschen im Autismus-Spektrum. Die Betroffenen müssen mit Freud und Leid zugleich auskommen. Meist ist die soziale Interaktion eingeschränkt, im Gegenzug ist das logische Denken und das Detailverständnis jedoch deutlich stärker ausgeprägt als bei Nicht-Autisten. Was wirklich erfreulich ist, ist dass sich durch den digitalen Wandel für Menschen mit diesem Ausnahmetalent immer mehr Karrierechancen eröffnen. Das beste Beispiel ist wohl ohne Zweifel die Auticon GmbH . Gegründet 2011 in Berlin hat das damalige Startup mittlerweile mehr als 100 Autisten angestellt und berät Kunden der freien Wirtschaft bei IT, Datenanalyse, Compliance und Anwendungsentwicklung. Eine Vielzahl an Kunden, Preisen und Auszeichnungen konnte auticon über die letzten Jahre gewinnen. Eine Expansion außerhalb Deutschlands Richtung Großbritannien ist erfolgreich durchgeführt worden und Ende letzten Jahres konnte der prominente Investor und Virgin-Gründer Sir Richard Branson als Teilhaber gewonnen werden. Wir drücken die Daumen, dass das Unternehmen weiter wächst und weiterhin als Vorbild für die nächsten Social Startups dienen kann. Die aktuellen Stellenausschreibungen von auticon finden sich hier:      
Beschäftigung von Behinderten vs. Ausgleichsabgabe Die Ausgleichsabgabe aus dem neunten Sozialgesetzbuch ist die Strafzahlung, die Unternehmen in Deutschland zahlen müssen, wenn sie nicht die vorgeschrieben Zahl an schwerbehinderten Menschen beschäftigen. Alle Firmen, die über 20 Mitarbeiter beschäftigen, sind verpflichtet mindestens 5% ihrer Belegschaft von Schwerbehinderten (Behinderungsgrad von 50% und mehr) zu besetzen.  Letztes Jahr wurden im Januar die Strafzahlungen erhöht. Gestaffelt liegen die Zahlungen zwischen 125€ und 320€ pro nicht besetztem Mitarbeiter pro Monat. Hierzu mal eine fiktive Beispielrechnung: Man nehme eine durchschnittlich große mittelständische Firma mit 120 Mitarbeitern, die keinerlei schwerbehinderte Mitarbeiter beschäftigt. Da ab 20 Mitarbeitern die 5% Regel greift, bedeutet es, dass 5% der restlichen 100 Mitarbeitern, also 5 an der Zahl, eine Schwerbehinderung haben müssten. Da dies in unserer Rechnung nicht der Fall ist, muss das Unternehmen also monatlich folgende Ausgleichsabgabe leisten: 100MA * 5% = 5 5 * 320€ = 1600€ / Monat 1600€ * 12 = 19.200€ / Jahr Ob das nun viel oder wenig ist,  muss jeder selbst interpretieren. Bei größeren Firmen gehen die Ausgleichsabgaben dann schnell mal in die 100.000€ Bereich rein, was stattliche Summen sind, die in die Kassen des Integrationsamts gespült werden. Hierdurch werden in erster Linie Inititativen zur beruflichen Integration gefördert. Somit kommt das Geld zumindest indirekt wieder in die richtigen Hände.  
Letztes Wochenende fand in Münster ein Inklusionsevent der anderen Art statt. Nicht in der Schule oder in einer Firma, sondern in einem Skate-Park! Wer selbst einmal Skateboard gefahren ist, weiß wie ausgelassen die Stimmung und befreit die Seele sein kann, wenn man die Füße dem fahrenden Brett anvertraut. Das Skate-Urgestein Titus Dittmann (mittlerweile stolze 68) verbrachte mehrere Skate-Stunden mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die taub sind, oder mit Hörbehinderungen leben. Insgesamt stand der Skaters Palace für drei Tage im Stern der Inklusion und durch Gebärdendolmetscher konnten die Skate- und Sicherheitstips vermittelt werden. Die Übernachtung fand direkt über der Halle in im Skater Hostel statt. Alle Beteiligten hatten unverkennbar Spaß - hier der Link zur Fotostrecke: Link zur Fotostrecke  
BILD: SAT.1 BAYERN LASSE ist ein staatliches Förderprogramm für Menschen, die nahezu chancenlos sind, wieder eine Arbeit auszuüben. Lasse bedeutet „ La ngzeitarbeitslose, S chwerbehinderte S chnell E ingliedern“ und das Ziel der Initiative ist der Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung. In der Praxis wird auf Coaching und Begleitung gesetzt und berufsnahe Tätigkeiten führen die Betroffenen dann step-by-step wieder an einen Arbeitsplatz.  Sat.1 Bayern zeigt in einer kurzen Doku das Vorgehen am Beispiel von Christian, der durch einen Autounfall im Alter von 18 an einen gelähmten Arm und ein gelähmtes Bein leidet und durch LASSE wieder in die Arbeitswelt integriert werden konnte. Link zum Video  
Wenn ein MS Patient, gebunden an den Rollstuhl, zusammen mit einem Architekt und Experte für barrierefreien Bau ein Gang bzw. Fahrt zum und durch das Rathaus machen, kann nur viel bei raus kommen. Die Liste an Hindernissen, Mängeln und Erschwernissen ist lang und sorgt für Kopfschütteln. Lob an den NDR für die Idee und die Umsetzung! Den ganzen Artikel finden Sie hier Das passende Audio-Interview hier:
Restaurants, in denen Behinderte und nicht-Behinderte zusammenarbeiten sind toll, lobenswert und mittlerweile gar nicht mehr so selten, was schön ist. Aber, dass es jemand schafft mit einem gemischten Team inklusiv einen Michelin-Stern zu erreichen, ist doch wirklich etwas Außergewöhnliches. Hier ein kurzer Abriss über den Erfolg vom Sterne-Restaurant "Handicap" in Künzelsau (Baden-Württemberg: Serkan Güzelcoban führt seit 2013 zusammen mit seinem Küchen- und Serviceteam erfolgreich ein Gourmet-Restaurant und erkochte sich in gerade einmal eineinhalb Jahren nach Eröffnung einen Michelin-Stern. Damit ist er weltweit der Erste, der Menschen mit Behinderung im Team hat. Im Jahr 2015 bewertete der Gault Millau das Handicap Restaurant mit 16 Punkten, der Stern wurde somit verteidigt. Bei seiner Arbeit ist ihm einfühlsame Kommunikation, Achtsamkeit und Sensibilität sehr wichtig und er hält sich an den Rat seiner ehemaligen Chefin, » Besondere Menschen kann man nur mit dem Herzen erreichen «. Eine tolle Erfolgsstory! Neuester Recherche zufolge ist Güzelcoban seit September 2016 nun nicht mehr im »Handicap« tätig. Nach diesem Erfolg widmet er sich neuen Herausforderungen. ( Link zum ganzen Artikel )